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Endlich wieder PCschr@uben!

Nach fast zwei Jahren ist es wieder möglich, das wir uns wieder persönlich treffen können. Jeden Mittwoch treffen wir uns jetzt wieder im ev. Noah-Gemeindehaus in der Friedrich-Naumannstr.11 in Dortmund-Nette. Ab 16.00 Uhr sind wir dort bis ca 19.30 Uhr am Schrauben und Werkeln. Selbstvertändlich tragen wir in den Räumen auch weiterhin Masken, denn wir möchten ja das es anderen, aus unserem Umfeld, auch gut geht.

Hier macht jeder, was er will und alle machen mit!

Es werden auch neue Gruppen gebildet, so das es für Neueinsteiger ein guter Zeitpunkt zum Mitmachen ist. Mädels & Jungs im Alter von 12-18 Jahren können auch ganz ohne Vorkenntnisse zu uns kommen. Und wer noch keinen eigenen Rechner hat, der kann sich selbstverständlich bei uns einen eigenen “zusammenschrauben”.

Aber auch Studenten, Tüftler, Nerds und Neuländer bis 99 Jahren sind willkommen. Wem Zuhause die Decke auf den Kopf fällt und der Spass am Handwerkern hat, ist bei uns an der richtigen Stelle. Wer kommt, kommt freiwillig und nur so lange, wie er das auch möchte! Es gibt keine Beiträge oder sonstige Verpflichtungen.

Wir machen auch Ausflüge und starten interessante Projekte, wobei jeder seine Ideen einbringen kann.

Wenn man Altes neu aufgerüstet, freut’s auch den Gärtner!

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We have a dream! (Aktualisiert 30.4.22)

Frei nach Martin Luther King , haben wir unseren lange gehegten Traum betitelt. Eine wichtige Säule unserer PCycle-Piraten-Philosophie ist die Nachhaltigkeit . Sie wird bei uns immer groß geschrieben.

  1. Wir recyceln alte Technik; und geben ihr eine 2. Chance!
  2. Wir vermeiden Elektromüll; und entlasten die Umwelt!
  3. Wir nutzen Altes statt Neues weiter; und sparen so Recourcen !
  4. Wir haben keine Beiträge, keine Mieten, keine Vergütungen, keine Verkäufe; und können so ohne Unterstützung von Dritten bestehen und weiter anderen helfen!
Damals, noch mit Autos!

Jetzt soll noch eine 5. Komponente dazustoßen: Wir möchten nachhaltig unsere Sachspenden einsammeln, zum Lager transportieren und fertige Rechner an Bedürftige ausliefern.

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Dazu wünschen wir uns ein E-Lastenbike. Damit könnten wir ohne Auto, Führerschein und Treibstoffkosten unsere Lasten vom Spender ins Lager, zur Werkstatt und am Ende zum User ausliefern, ohne Verkehre zu erzeugen, welche die Lebensqualität im Quartier stören. Als konsequentes Element einer vernünftigen Verkehrs- und einer alternativlosen Klimawende , wollen wir mit gutem Beispiel voran gehen und diesen Prozess aktiv unterstützen und praktizieren.

Dank neuer Denkanstöße in der Politik werden mittlerweile nicht nur große Unternehmen subventioniert, sondern auch kleine Initiativen wie wir, in ihrem Bestreben nach Nachhaltgkeit gefördert. Wir versuchen einmal unser Glück und stellen einen Antrag beim Fördertpott.Ruhr . Mehr wie eine Ablehnung riskieren wir ja nicht. Oder wie schon die Bremer Stadtmusikanten schon wußten:

…etwas Besseres als den Tod findest du überall.

Heute kam die Email vom “Förderpott”, mit folgendem Inhalt:

Juryentscheidung des Förderpott.Ruhr

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir bedanken uns herzlich im Namen des gesamten Stiftungsnetzwerk Ruhr für Ihre Bewerbung, in die Sie viel Mühe und Zeit investiert haben. Leider können wir Sie diesmal nicht unterstützen.

Zur fünften Runde des Förderpott.Ruhr werden 16 Projekte mit 69.820 Euro ausgezeichnet. Uns erreichten 123 Projektbewerbungen und der Jury ist es nicht leicht gefallen, sich zu entscheiden. Wir sind begeistert, wie kreativ und engagiert Ihre Ideen gestaltet sind und einen echten Mehrwert für unser Ruhrgebiet bieten.

Wir möchten Sie ermutigen, sich bei den kommenden Runden erneut zu bewerben. Die nächste Bewerbungsfrist endet am 30. September 2022. Jährlich gibt es zwei Förderrunden.

Wir wünschen Ihnen dennoch viel Erfolg und Kraft für Ihre weitere Arbeit, bedanken uns für Ihr Engagement und freuen uns, wenn wir Sie bei einer künftigen Runde wiedersehen.

Ganz herzliche Grüße im Namen des Stiftungsnetzwerk Ruhr

Das klingt ja auch ermutigend, wir werden deshalb nicht aufgeben, und beim nächsten Termin, einen neuen Antrag stellen! Denn wir wissen ja aus Erfahrung, hartnäckige Höflichkeit hilft!

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“Warum eigentlich Linux und nicht Windows?” werden wir immer gerne gefragt!

Die Antwort darauf ist einfach und mehrfach gut Begründet:

Wir sind eine Initiative, die ohne Geld einzusetzen, funktioniert und Windows ist ein kostenpflichtiges Betriebssystem . Da wir keine illegalen Aktivtäten begehen möchten, nutzen wir die freien und kostenlosen Linux -Distributionen.

Nebenbei hat Linux jede Menge weiterer Vorteile, die es zum idealen Betriebssystem für unsere Zwecke macht. Wir schr@uben ja mit gespendeten PC’s und die haben alle etwas gemeinsam, sie sind nicht mehr die Jüngsten. Linux sorgt bei diesen älteren Geräten dafür, das diese wieder flott und stabil laufen.

Desweiteren sind alle Linux Versionen viel sicherer in ihrer Anwendung als übliche Betriebssysteme . Was damit zu tun hat, das dieses Programm seine Administratorenrechte besser vor Zugriff von außen schützt, durch seine offenen Quellcods schauen viele Menschen mit Ahnung darüber und bringen gegebenfalls Änderungen ein. Antivirenprogramme sind kaum Notwendig, denn regelmäßige Updates schaffen optimale Sicherheit!

Safety first

Ein für uns unschlagbares Argument zum Einsatz ist die unkomplizierte Art der Installation. Dazu ist ein Zeitfenster von 20-30 Minute ausreichend, wobei alle Zusatzprogramme, wie z.B. Firefox & Openoffice, mit installiert werden. Wer jetzt schon einmal Windows , inklusive aller Updates, in 6-8 Stunden aufgespielt hat, natürlich aktiv dabei bleiben mußte, weil man immer wieder “Weiter” drücken durfte, der wird den konfortablen Linux Zeitvorteil auch zu schätzen wissen!

Dies alles überzeugt den Fachmann/frau genauso wie den Laien, weil mittlerweile auch die Bedienfreundlichkeit von Linux ein Arbeiten auch für Anfänger ermöglicht. Eine Umstellung von Windows auf Linux hat den gleichen Aufwand, wie er von Win8 auf Win10 anfällt. Also nur Mut und ran an den Feind, dem inneren Schweinehund!

Für alle die sich beruflich mit der IT auseinandersetzten möchten, ist Linux ein muß, da z.B. Großrechner und Server großteils mit diesem System ausgestattet sind und im Programmiersektor viele Themen hier zusammenlaufen.

Und zu guter Letzt, es lohnt sich mit freier und offener Software umzugehen, weil die Markmacht der großen Unternehmen wie Micosoft und Apple gebrochen werden sollte, das Ausspähen von unseren Daten hat ein Maß erreicht, das ein umdenken empfiehlt.

Dies sind auch die Gründe, weshalb wir unsere Kids, die bei uns den Umgang mit der IT lernen, guten Gewissens an dieser Software heranführen und somit tauglich für ihre IT -Zukunft machen.

Am Ende dieses Artikels möchte ich noch einen kleinen historischen Rückblick auf Linux geben:

Seit dem Jahr 1983 wurde an Linux , das damals noch GNU-Projekt hieß, gewerkelt, aber erst ab 1991 begann der finnische Programmierer Linus Torwalds in Helsinki mit konkreten Entwicklungen, die er dann schon 1992 als freie Software offen legte. Somit konnten weltweit Entwickler daran mitarbeiten und das Betriebssytem zu dem machen was es heute ist. Der Name sollte eigentlich freax oder buggix lauten, aber Kollegen nannten es Linux , abgeleitet von seinem Vornamen, und setzten sich damit durch.

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Wie entstand die Idee der “Dortmunder Guugelkiste”? “Mit neuen Folgen! Jan.2022”

PHASE1:Wir machen das jetzt einfach Mal!

Im Mai 2017 holte uns Thommy, der Quatiersmanager aus Brambauer, in sein Revier. Geplant war, das wir unsere Basisstation im AWO Seniorenheim “Achenbach” aufschlagen. Wie bei uns üblich haben wir gleich Freunde unter den Bewohnern gefunden. Wir haben uns vorgestellt und erklärt, was wir so machen, da waren einige Fragezeichen und für viele jede Menge “Neuland” zu sehen. Praktisch veranlagt entschlossen wir uns, die Senioren in die Kunst des Surfens einzuweisen. Schnell waren mehrere Rechner aufgebaut und mit einem speziellen LTE-Router über eine Handykarte mit dem World Wide Web verbunden. Wir konnten dann einige Mutige als Versuchskaninchen gewinnen. Bei 3 Aspiranten hatten wir leichtes Spiel. Jetzt ging es darum, Ziele für die Expedition festzulegen. Das war nicht ganz einfach, da die Erfahrungen mit dieser riesigen “Bibliothek” bei Null lagen.

Da war der Exlastwagenfahrer, der mehr über seine alte Möhre, einen DAF-LKW, wissen wollte, und verwundert feststellte, wieviele Treffer seine Suche ergab. Oder der Modelbauer, welcher in früheren zitterfreien Zeiten, geduldigt Papierfaltmodellschiffe zum Leben erweckte, war überrascht, welche umfangreiche Sammlung heute frei verfügbar waren und schnell ausgedruckt werden konnten. Meine Dame hatte den Wunsch einmal im Leben nach Indien zu reisen, um dort das “Taj Mahal” zu besichtigen, weil sie oft darüber gelesen hatte. Nachdem wir geschaut hatten, ob die Pantoffeln richtig sitzen, ging es los. Als wir dann auf einer Seite virtuell durch das Gebäude und seinem Park wandeln konnten, verwandelte sich die Seniorin in ein kleines Mädchen, dem der Vater ihr neues Puppenhaus am Weihnachtsabend vorstellt.

Fazit des Tages, interessierte Bewohner und Pflegekräfte, mit leuchtenden Augen, die jetzt endlich wissen, was sie bis jetzt verpasst haben. Als wir fortfahren wollten, stellten wir fest, das wir die Rechnung ohne die Mühlen der Verwaltung und einen rigerosen Hausmeister gemacht haben. Es fehlte an der Umsetzung ein Internetzugang mit Kosten von 75€ monatlich. Bei den Gesamtkosten eines solchen Heims, sicherlich nur Penuts.

PHASE2:Planung und Umsetzung!

Bei den Gesprächen mit den Einrichtungen, wurde die Bitte geäußert die Surfstation in ein Möbel zu integrieren, um es zum Einen optisch angenehm zu gestalten und zum Anderen aus Sicherheitsaspekten, um den Zugriff auf die Komponenten zu begrenzen. Also machten wir uns diesbezüglich einige Gedanken.

Das war dann unser erster Arbeitsentwurf!

Jetzt wurden auch die notwendige Rahmenbedingungen festgelegt: was kommt dort rein, woraus wird die Box hergestellt, wer macht sie und am aller wichtigsten, wie finanzieren wir das Projekt. Diese Fragen sind unterschiedlich schwierig zu beantworten. Was dort reinkommt war uns schon sehr früh klar. Durch die Sachspende einer Dortmunder Firma kamen wir an eine Charge Mini-PC’s, die routinemäßig gewechselt wurden, aber noch prima ihren Zweck erfüllten. Mit den Maßen 18x18x4cm sind die leistungsstarken Rechner ideal für Office- u. Internetanwendungen, und passen gut in unsere Stationen. Die Geräte werden mit der freien Software Linux Mint, die auch den gebräuchlichen Internet-Browser Firefox sowie ein Libre-Office-Paket, welches auch mit den üblichen Windows-Progammen voll kompatible ist, ausgestattet. Bei den Senioren-Tastaturen, mit extra großer Beschriftung hatten wir genauso Glück, wie bei Routern, welche Freifunk tauglich sind. Da wurden einige Geräte aus anderen Projekten an uns weitergeleitet, die wir sehr gut verwenden können. Bei dem Rest vom Zubehör, wie Monitore, Kabel, Mäuse usw. können wir uns gut aus unserem eigenen Fundus bedienen.

Da Nachhaltigkeit eine zentrale Säule in unserer Gruppen-Philosophie übernimmt, wolten wir von Anfang an, bevorzugt recyceltes Material für unsere Kiste verwenden. Und da der soziale Gedanke nicht außen vor bleiben soll, kamen für uns nur Behinderten- u. Weiterbildungs-Werkstätten in die nähere Auswahl. Corona hat uns bei den dann folgenden Planungen immer wieder auf der Bremse gestanden.

Hier tagt gerade intensiv der Ausschuss für die Silber-Surfer interessen! Von l.n.r. Susanne u. Ulli (Heimbewohner), Jürgen (Seniorenbeirat), uns Wolfgang, Jennifer Quatiersmanagerin und Uwe

Ein gutes Netzwerk ist beim Organisieren von Projekten immer hilfreich und sollte nie fehlen. Ein guter Freund, der Toso, sprach mich im November 2020 an, ob wir noch unsere tolle PC-Initiative hätten? Das konnte ich nur bestätigen und seine weitere Frage, ob wir auch ein aktuelles Vorhaben für Senioren hätten, passte wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge! Er sitzt im Kuratorium der Paul u. Gundula Meyer Stiftung und dort suchte man ein soziales Konzept für Senioren, welches sie unterstützen könnten. Wir haben uns dort gerne beworben und als geborene Glückpilze, dann auch den Zuschlag ergattert. So kam es, das wir jetzt einen großzügigen Sponsor haben, der uns die Geldsorgen für die Vollendung des Projektes von den Schultern nahm. In den weiteren Schritten fanden wir bei der AWO und der Dobeq zwei kompetente Partner für die Fertigung unserer Möbel. Wir haben den Teams dort freie Hand, bei der Konstruktion gelassen. So kam es, das als wichtigste Inovation, die absenkbare Klappe durch zwei Türen ersetzt wurde. Das hatte den Grund, darin, dass die auftretenden Kräfte beim möglichen Abstützen darauf, zu gefährlich, für die Silber-Surfer wären.

Das Original
Unsere Variante

Natürlich ist dieses Model zu groß geraten und hat viel Potenzial für Material- u. Gewichtseinsparung. Insbesonders, weil Holz zu diesem Zeitpunkt sehr wertvoll geworden ist, auch wenn es sich um recyceltes Material handelt. Nachdem auch noch andere Details angepasst wurden, gaben wir 30 Schränke in Auftrag.

PHASE3:Was lange währt, wird endlich…

Unser gut gefülltes Zwischenlager

Die Möbel sind fertig produziert und wurden von uns abgeholt. Als erste Einrichtungen sind die beiden AWO Seniorenheime “Achenbach” & “Zur alten Gärtnerei” in Brambauer auserkoren. Hier lagen ja auch die Wurzeln des Projekts. Leider sind Susanne und Ulli nicht mehr unter uns. Wir hoffen das sie von ihrer Wolke den Endspurt der Surf-Kiste wohlwollend begleiten und mitverfolgen. Wir haben diese Idee ihnen gewidmet.

Die Heimleitung hat dann eine Firma beaufragt unsere Mediabox an der Wand im Aufenthaltsraum zu befestigen, wir haben die Technik verkabelt, eingebaut, sowie Schloss und Riegel montiert. Jetzt hätten wir eigentlich das Thema, vor dem 5. Jahr, abschließen können. Leider hat die Fachfirma sehr schöne Steckdosen für Strom und Lan angebracht, wahrscheinlich auch für eine ordentliche Rechnung, aber ohne Zugang zum Internetanschluß. Es ist nicht immer eine Freude mit Laien zu arbeiten!

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Wie war das eigendlich mit dem Ruhrpott und der Integration?

Im 17. Jahrhundert war hier noch ein ländlicher Raum, vergleichbar mit dem heutigen Münsterland. Die wirtschaftliche Expansion mit der Industrialisierung im Zeitraum von 1871-1914 macht die Anwerbung neuer Arbeitskräfte erforderlich. So kamen erstmalig sehr viele Menschen von weit und fern ins Gebiet an der Ruhr.

Im Englischen gibt es zwei Ausdrücke für das Zusammenleben mit Einwanderern. Zum einen die Salad Bowl , die Salatschüssel, für den Fall, wo die unterschiedlichen Kulturen nebeneinander weiterbestanden und zum anderen der Melting Pot , dem Schmelztiegel, wo die Menschen miteinander verschmelzen! In solch einem Pott sahen sich auch die Berg- und Stahlarbeiter der Metropole Ruhr . So nennt man die Region heute gerne, nachdem der Strukturwandel den alten Ruhri überwunden hat. Aber diese geschichtliche Komposition der Menschen zwischen Oberhausen und Hamm ermöglicht weiterhin die Integration von neuen Zuwanderern.

Viel Arbeit, wenig Platz, jede Menge Zuwanderer = Schmelztiegel

Mit diesem Hintergrund hat sich eine offene Gesellschaft gebildet, die Zuwanderer, Flüchtlinge und andere Zugezogene zwar oft nach einigen hin und her, trotzdem in die eigenen Reihen aufgenommen hat. Das waren die Vertriebenen nach dem 2. Weltkrieg, genauso wie die Generationen der Gastarbeiter und die Flüchtlinge aus Syrien und dem Rest der Welt. Man arbeitet und lernt gemeinsam, wohnt in unmittelbarer Nähe miteinander als Nachbarn, aber man verbringt auch die Freizeit, den Sport sowie die Hobbys zusammen. Und Schwupp nach ein bis zwei Generationen…

Wir verdanken unsere Gründung auch so einem Exodus von Menschen ins Ruhrgebiet. Im Jahre 2015 gab es eine große Welle von Flüchtlingen nach Europa, auch nach Dortmund. Es gab/gibt eine große Anzahl von Helfern, die versuchen in unterschiedlichen Bereichen die Lage der Flüchtlinge zu verbessern. Bei uns war es das Installieren von Freifunk für freies WLAN in Unterkünften von Geflüchteten. Dabei erkannten wir schnell die Notwendigkeit, auch PC’s dort aufzustellen. Also haben wir aus dem Fundus unserer Freunde alte Geräte gesammelt und diese der neuen Aufgabe zugeführt. So trafen wir auf junge Bewohner der Heime, die uns ihre Hilfe anboten, weil sie Zeit hatten und über IT-Kenntnisse verfügten. Als wir dann weiter wuchsen, fanden wir in einem Gemeindekeller der Ev. Kirche in Nette bei Bianca Asyl. Hier konnten wir nach Herzenslust schrauben, schalten und walten. Dies fiel auch einigen Jugendlichen aus der Gemeinde auf, die fragten, ob sie mitmachen könnten, obwohl sie von dem Thema noch keine Ahnung hätten.

Als spontane Pragmatiker haben wir das dann wie folgt umgesetzt, die Flüchtlinge haben den Kids Computerwissen beigebracht und davon profitiert, das sie dabei die deutsche Sprache üben und trainieren mußten/konnten. Dabei entstanden dann auch Kontakte über die PC’s hinaus, wenn man Briefe übersetzte, in der Schule unterstützte oder half einen Ausbildungsplatz zu finden. Dies passiert natürlich auch bei den deutschen Jugendlichen und Ehrenamtlern. Selbstverständlich hilft man sich untereinander, profitiert vom Wissen und den Kontakten der Mitstreiter, eine klassische Win-Win Situation .

Mitterweile sind die meisten der Flüchtlinge in Arbeit und Brot, aber dafür ist jetzt die Generation ihrer Kids bei uns und das Karusell dreht sich weiter.

Vom Kohlenpott, über das Ruhrgebiet zur Metropole Ruhr!

In unserem Ruhrpott-Integrationskonzept ist es egal:

…ob du aus Dortmund, Westfalen oder dem Rest der Welt kommst,

…jung oder alt bist,

…männlich, weiblich oder anders präferiert bist,

Hauptsache du bist genauso tolerant, hilfsbereit und mit Freude bei deinem Tun, wie wir! Wir setzen auf Viefalt und Ergänzung, so das wir keine homogene Gruppen mit nur z.B. Geflüchteten, Kids oder Senioren bilden, da so eine Integration im Sinne von Schmelztiegel besser gelingt. Wir sind mit dem System immer gut gelaufen.

Ach ja, wir sind jetzt in unserem sechsten Jahr! Und mittlerweile, Schwupp da ist sie, die 2. Generation …

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Kitchen (Im)possible – wenn die PC-Liebe auch durch den Magen geht!

Es gibt Dinge, die passen auf den ersten Bick nicht zusammen. Bei uns klappt das aber schon!

Anfang 2017 wurde unsere Initiative von Jugendlichen aus der Noah-Gemeinde , bei der wir Räumlichkeiten erhielten, friedlich geentert. Sie schlossen sich uns an, ohne das sie selbst den technischen Überblick hatten. Also haben wir unseren Schwerpunkt auf die Ausbildung der Kids gelegt. Die Flüchtlinge, wurden jetzt zu Ausbildern und geben ihr Wissen weiter und profitieren dadurch, das sie mit den Schülern deutsch sprechen müssen.

Das war eine sehr gute Entscheidung, die wir nie bereut haben und auch heute noch praktizieren. Es macht freude zu sehen, wie schnell die Junioren das erlernte verinnerichen, umsetzen und vertiefen. Aber auch das menschliche rückte jetzt mehr in den Vordergrund, da die Kids auch das eine oder andere Probem aus Schule, Ausbildung und Zuhause mit in die Gruppe brachten. Das war dann die Stunde für Onkel Wolfgang der sich für unserer Youngster einsetzt, egal ob es um Hausaufgaben, Bewerbungen oder der Suche nach einem Praktikumplatz geht.

Es gibt auch Zeit zum Quatschen und Albern.

In diesem Kontext kam dann auch zu Tage, das nicht alle Jugendliche jeden Tag eine warme Mahlzeit bekommen. Das konnte uns Wolfgang nicht so stehen lassen und so kam es, das aus der Einen bestellten Pizza oder dem Anderen gegrillten Würstchen, was wir uns schon immer Mal gegönnt haben, eine eigene Institution wurde. Als Fachmann für gutes & leckeres Essen übernahm er das Regiment in der Küche. Einfache und gesunde Gerichte mit frischen und qualitativ guten Zutaten, und das auch zu einem fairen Preis sind seine Maxime. Dank Bianca wurde das Pekuniäre gelöst, und wir hatten einen kleinen Etat für die notwendigen Einkäufe, die wir kurz vorher frisch besorgten. Sehr schnell fanden sich immer junge Mithelfer, die sich abwechselnd in die Kunst des Kochens einweisen lassen und lernen wie schnell man einfache, ausgewogene und schmackhafte Mahlzeiten zubereitet.

Das Gemeindehaus war und ist mit einer gut ausgestatteten, großen Küche im wahrsten Sinn des Wortes gesegnet, in der das Brutzeln spass macht. Unser Maitre de Cuisine schafft es immer den Geschmack der Teilnehmer zu finden. Mal gibt es Pizza , selbstgemachte Hamburger, lecker Reibeplätzchen , Gemüseaufläufe , Rosmarin-Kartoffeln , Frikadellen , aber auch klassische Erbsensuppe oder Eintöpfe . Da beibt nix auf dem Teller, man holt sich Nachschlag oder die Reste werden begeistert mit nach Hause genommen.

Gegessen wird gemeinsam, alle an einem Tisch und zur gleichen Zeit, dabei kann man sich unterhalten, wichtiges Ansprechen und das Essen zusammen genießen. Das ist leider nur noch selten üblich, aber trotzdem eine schöne Erfahrung für viele Kids aber auch für Ehrenamtler die alleine leben.

Manchmal haben auch die Flüchtlinge für uns Gerichte ihrer Heimat gekocht, so das es einen regen Austausch von Rezepten gab!

Die schönsten Erlebnisse sind dann, neben leer gegessenen Tellern und strahlende Augen, auch die Berichte der Kids davon, wenn sie selbst zuhause für ihre Familie oder Freunde etwas nachgekocht haben und die Anerkennung, die sie dafür erhalten haben. Wir danken unseren Onkel Wolfgang für sein Engagement, besonders im Bereich der gesunden Ernährung , die auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Die gehört jetzt zum PCschr@uben dazu wie wie die Luft zum Atmen. Wenn man/frau es will, kann man alles kombinieren was einen Spaß macht!

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“Kommen wir jetzt ins Fernsehen?”

Wenn man/frau Gutes tut, fällt das irgendwann einmal auf. Bei uns war das Ende 2019, als plötzlich der WDR bei mir anrief und anfragte, ob wir bereit wären für eine Reportage in der Aktuelle Stunde . Spontan wie wir sind, manchmal wissen wir noch nicht mal was wir jetzt gerade machen, haben wir sofort zugesagt.

Es war schon sehr aufregend, die Dreharbeiten von 3-4 Std. live zu erleben, die im Bericht gerade einmal 3-4 Min. ergaben. Alt und Jung waren anwesend und natürlich alle sehr aufgeregt. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, hatten wir am gleichen Tag auch noch den Nordstadtblogger für ein Interview im Haus.

Wenn schon, denn schon! ( Siehe den Artikel auf dieser Seite. )

Im nach hinein hatten wir eine sehr gute Resonanz auf beide Veröffentlichungen, sowohl im Zuspruch, als auch bei Sachspenden , die wir bekommen.

VonFelix

Beitrag im Nordstadtblogger

Am 28.11.2019 veröffentlichte der Dortmunder Nordstadtblogger einen sehr gelungenen und lesenswerten Bericht über uns. Wie immer wird auf diesem ehrenamtlichen Medienprojekt gut recherchiert und ausführlich geschrieben. Es wird dort nicht nur über die Nordstadt, sondern auch über andere für Dortmund relevante Themen informiert.

Der Beitrag ist hier zu finden.

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Wie alles anfing!

Wir, das ist eine Gruppe von Menschen, die unsere Welt etwas verbessern und positiv verändern wollen. Wir sind in der Kommunalpolitik engagiert, begeistern uns für das Projekt Freifunk und die Ideen der Piratenpartei .

Wir gehören zur Gattung der “das Machen wir jetzt einfach Mal” Bewohner dieser Erde. Nicht lange nachdenken und tun was wir für notwendig halten, das sind unsere Maxime. Als dann die große Welle der Refugees durch Europa zog, haben wir geholfen, wo es uns möglich und notwendig war. Zusammen mit sehr vielen anderen hifsbereiten Mitmenschen aus den unterschiedlichsten Bereichen.

Anfang  2015 begannen wir in Flüchtlingsunterkünften  Wlan über Freifunk zu installieren und stellten sehr schnell fest, das es auch Sinn machte, dort PCs aufzustellen. Da wir im Bekanntenkreis den einen oder anderen alten PC und Zubehör fanden, haben wir diese mit Linux aktiviert und den Geflüchteten zur Verfügung gestellt.

Von Geflüchteten, die über IT -Erfahrung  verfügten, wurde uns Mithilfe angeboten. Sie hatten Zeit und wollten auch etwas tun, unsere Sprache lernen und Freunde kennenlernen. Wir haben ihnen gerne diese Chance gegeben und waren froh kompetente Mitstreiter gefunden zu haben.

Mitte 2016 konnten wir Räumlichkeiten der ev. Noah-Gemeinde in Do-Nette nutzen. Unsere Bianca gab uns dort ein Asyl in ihrem Büro. Sie arbeitet dort im Jugendkeller mit den Jugendlichen aus der Gemeinde. Die Anfangszeit erinnerte irgendwie an die TV Sendung der Ludolfs . Das Material wurde mit Bananenkisten gestapelt in Biancas kleinem Büro gelagert. Der Arbeitsbereich war schön groß und wir konnten dort entspannt mit dem PCschr@uben beginnen. Hier waren wir dann in der Mitte der Gemeinde angekommen und die Junioren vor Ort schauten uns interessiert über die Schulter.

Die Kids fragten, ob sie bei unseren Aktivitäten mitmachen könnten, obwohl sie sich mit der Materie gar nicht auskannten. Sie hatten aber Interesse an der IT und waren mit Herz & Seele dabei. So entstand eine Initiative, in der Flüchtlinge zusammen mit uns Ehrenämtern, den Kids das Know-how vermittelten, Rechner zu überprüfen und dabei selbst den Umgang der deutschen Sprache, praxisbezogenen, festigen konnten. Hier hat somit jeder von jedem gelernt und als Nebenprodukt gab es noch jede Menge wieder nutzbar gemachte Geräte, die nicht auf den Schrott landeten.

PCs und Zubehör- Spenden wurden über das Nachbarschafts-Netzwerk Nebenan.de gesucht und abgeholt. Da PCs schnell veralten, fiel auch viel Material, an. Weil wir die Geräte und Materialien wieder in den Nutzungskreislauf einfügen, ist die Akzeptanz bei den Spendern sehr hoch. Gleichzeitig ermöglicht die Plattform Nebenan.de eine hervorragende Vernetzung mit den Menschen in den Quartieren, so dass auch Helfer rekrutiert und Bedürftige als Abnehmer der PCs gefunden werden konnten.

Als Namen haben die Teilnehmer den Namen Ne#e PCycle Pir@ten kreiert und auserwählt. Dabei bezieht sich Nette 2deutig auf den Ort, das PC-Recyceln wurde zusammengezogen und anstatt Paten fanden die Kids Piraten einfach cooler. Die IT -Symbole # und @ sorgen für den digitalen Charakter.

Wir zeigen den Kids, wie Rechner funktionieren, man sie überprüft, gegeben falls sinnvoll aufrüstet, mit freier Linux Software bespielt, sowie mit Monitor, Tastatur, Maus und notwendigen Kabeln konfektioniert. Die so geschaffenen Komponenten werden dann, an Orten wie Flüchtlingsunter-künften, Seniorentreffs, Bürgerwohnungen etc. aufgestellt, aber auch an Privatpersonen, kostenlos ohne Prüfung einer Bedürftigkeit, weitergegeben, um ihnen die Teilnahme am digitalen Leben zu ermöglichen.

Jeder kann mitmachen, gleich welchen Alters, Geschlecht, Religion oder Herkunft; egal ob aus Westfalen oder dem Rest der Welt. Hauptsache er/sie hat Spaß dabei. Alle arbeiten ehrenamtlich ohne Aufwandsentschädigungen, es gibt auch keinen Mitgliedsbeitrag.

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Corona und doch (k)ein Ende?! (Aktualisiert Apr. 2020)

Seit über zwei Jahren sind unserer Aktivitäten durch einen gefährlichen Virus eingeschränkt. Nicht nur auf der Arbeit, in der Schule und im Studium, nein auch in der Freizeit und beim PCschr@uben hat man uns sehr unsportlich ausgebremst. Wir alle ( Senioren, Studenten & Kids ) brennen darauf wieder aktiv zu werden.

Los, wir fressen jetzt das Virus auf!

Leider können wir wegen der strengen Corona -Auflagen keine gemeinsamen Treffen organisieren. So bleiben wir über Jitsi und Whatsapp untereinander vernetzt. Jetzt kommt noch die Internetseite hinzu, wo wir uns im Internen-Bereich tummeln können und dort auch aktiv arbeiten werden.

Es gibt aber auch so eine Menge zu tun. Die Menschen sind Zuhause und räumen auf und aus, so das wir uns über viele Sachspenden freuen können. Unsere Lager sind gut gefüllt, wir haben viele Kisten, Pkw- und auch sogar eine LKW-Ladung abgestaubt!

Gleichzeitig ist durch das Homeschooling und die allgemeinenen Kontakt-beschränkungen eine enormer Bedarf nach unseren PC’s entstanden. Viele Schüler haben keine Möglichkeit am Distanzunterricht teilzuhaben, weil keine Geräte vorhanden und auch kein Geld da ist, um sich selbst welche zu kaufen. Da wären wir jetzt die ideale Anlaufstelle um zu helfen. Um jetzt nicht ganz und voll auszufallen, werden wir einige Geräte, die wenig Aufwand erwarten, im Homeoffice unserer Schrauber fertigstellen um damit ein paar Menschen gücklich zu machen.

Und dann kam es für uns ganz böse, unsere Räume in Brambauer wurden von der ev. Kirchengemeinde-Brambauer, wegen Eigenbedarf, zum 31.12.2020 gekündigt. Und das obwohl wir vor Ort erfolgreiche Jugendarbeit organisierten, was die Gemeinde jetzt nicht mehr anbietet. Dies hat uns sehr getroffen und uns den sozialen Gedanken der christlichen Nächstenliebe nicht näher gebracht. Corona bedingt ist der Auszug leider nicht möglich und wir haben Aufschub bis Ende Februar. Aber da war dann trotzdem noch Lockdown, der ev. Kirche in Brambauer, war das aber egal. Wenn wir den Auszug nicht organisieren würden, würde man eine Firma auf unsere Kosten beauftragen. Ja, so “menschlich” kann Kirche sein.

Als Pragmatiker haben wir uns neu orientiert und bei der Dortmunder AWO ein Ausweichquatier in Dortmund-Eving gefunden. Dort ist aber leider nur Platz zum Einlagern der Materialien und Möbel.

Wir suchen aber noch eine weitere Örtlichkeit, da hier leider nur befristet bis Juni 2022 eine Mitnutzung möglich ist.

Unsere Ne#e PCycle Pir@ten Basisfiliale in Dortmund-Nette.

Natürlich sind wir auch noch in Dortmund-Nette, in unserer Basisfiliale bei Bianca. Seit April 2022 sind wir dort jetzt wieder aktiv mit PCschr@uben und glücklich.

Ja dort ist die “nette” ev. Kirche, denen die Jugendarbeit noch am Herzen liegt. Was wir daraus lernen, man/frau darf nicht immer alles über einen Kamm scheren. Oder wie Meister Yoda sagt:

Bis dahin, seit gut gelaunt, motiviert und bleibt gesund! Euer Uwe